Andere countries, andere concepts III

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Foto: (c) Rosmarie Voegtli - holiday horizon

Heute geht es wieder um die wunderbaren Unübersetzbarkeiten, die fremde Sprachen (und übrigens auch unsere eigene) bereithalten.

 

Da wäre zum Beispiel das spanische sobremesa. Es beschreibt das lässige Zusammensitzen und Plaudern nach dem Essen, wenn man nicht gleich vom Tisch aufspringt, sondern noch ein wenig gemeinsam entspannt und verdaut – eine schöne Tradition in unserer hektischen Zeit, die wir unbedingt übernehmen sollten!

 

Wenn Sie auch eine ausgesprochene Leseratte sind, wird Ihnen folgende Situation bekannt vorkommen: Im Laden sehen Sie ein Buch, das unheimlich interessant klingt und dem Sie nicht widerstehen können. Also kaufen Sie es und legen es zu Hause auf den Nachttisch – auf den stetig wachsenden Stapel von ungelesenen Büchern, die Sie alle auf jeden Fall lesen werden, sobald Sie mal die Zeit finden (was in der Regel nie passiert). Auch den Japanern ist dieses Problem nicht fremd, weshalb sie ihm ein eigenes Wort verpasst haben: 積ん読 (tsundoku).

 

Und während Sie noch im Laden stehen und angestrengt überlegen, ob Sie den neuesten Band von „Das Lied von Eis und Feuer“ nun schon gekauft haben oder nicht, ertappen Sie sich möglicherweise bei pana po’o: So nennen es die Hawaiianer, wenn man sich am Kopf kratzt, während man versucht, sich an etwas zu erinnern.

Julia Helbig
Julia Helbig
Diplom-Übersetzerin & Diplom-Dolmetscherin für Deutsch, Englisch & Russisch | Allgemein beeidigt und ermächtigt | Mitglied des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) e.V.