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Ich bin selbst immer wieder überrascht, wie viele Tiere, die eigentlich gar keine sind, sich so in den Tiefen der deutschen Sprache versteckt halten. Drei besonders schöne habe ich heute für Sie herausgesucht!

 

Libellen kreisen wie kleine schillernde Helikopter über Seen und Teichen, ihre (un-tierischen) Namensvetter hingegen halten sich lieber auf Baustellen auf. Auch Sie haben sicher eine Libelle im Haus: So heißt nämlich das durchsichtige Röhrchen in der Wasserwaage, in dem eine Gasblase anzeigt, ob Sie das Bild auch gerade aufgehängt haben!

 

Wenn sich im Frühling die ersten Libellen zeigen, sind auch andere Frühjahrsboten nicht mehr weit: die Osterlämmer! Besonders wild toben die kleinen Böckchen über die Weide, und auch sie haben einen Namensvetter in einem unerwarteten Fachbereich: im Musikinstrumentenbau! Die Böckchen eines Schlagzeugs befinden sich am Trommelkessel und enthalten das Gewinde für die Schrauben, mit denen die Fellspannreifen befestigt werden.

 

Das weiß doch jedes Kind: Das männliche Schwein ist der Eber und das weibliche Schwein heißt Sau. Soweit, so gut. Nun ist aber die Ofensau keineswegs ein Schwein, das es gern warm hat; es ist auch keine neue Zubereitungsart. Ofensau ist ein Begriff aus der Eisengewinnung und bezeichnet das Roheisen, das sich im Hochofen unterhalb der Abflussöffnung ansammelt.

Julia Helbig
Julia Helbig
Diplom-Übersetzerin & Diplom-Dolmetscherin für Deutsch, Englisch & Russisch | Allgemein beeidigt und ermächtigt | Mitglied des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) e.V.