Formvollendet

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Foto: (c) Renate Dodell - Kreuzgang Dominikanerkloster in Budweis

Unser Alltag ist voller Symbole und Formen. Stoppschilder erkennt man an ihrer markanten achteckigen Form, Pfeile zeigen uns die Richtung an, ein durchbrochener Kreis mit kurzem senkrechten Querstrich markiert am Computer den Ein- und Ausschalter. Auch die folgenden Formen sind Ihnen ganz sicher bekannt – und ab heute können Sie sie auch beim Namen nennen.

 

Nehmen wir die Vesica Piscis. Die meisten Menschen würden diese Form wohl als Football beschreiben – rund mit zwei spitz zulaufenden Enden. Tatsächlich ist es die Schnittfläche zweier gleich großer Kreise und taucht (neben dem Football) beispielsweise in der gotischen Architektur auf. Trivial-Pursuit-Spieler aufgepasst: Die Vesica Piscis findet sich auch in der Flagge von Guam und kommt unter Freimaurern zum Einsatz.

 

Ebenfalls ein Freimaurer-Symbol ist die Lemniskate, eine Schleife in Form einer liegenden Acht. Sie steht in der Mathematik (und Esoterik) für die Unendlichkeit.

 

Weniger mythisch geht es hingegen beim Reuleaux-Dreieck zu. Geometrisch betrachtet handelt es sich um ein Gleichdick (schönes Wort, nicht wahr?), ein gleichseitiges Dreieck mit nach außen gewölbten Seiten. Den Musikern unter Ihnen wird die Form aber aus anderem Grund bekannt vorkommen: So sehen nämlich die meisten Plektren aus, jene Plättchen, mit denen man beispielsweise bei E-Gitarren die Saiten zum Klingen bringt. „Reuleaux-Dreieck“ ist übrigens, neben „Kreis“, eine weitere korrekte Antwort auf die Frage, welche Form ein Gullydeckel haben muss, damit er nicht ins Loch fallen kann.

Julia Helbig
Julia Helbig
Diplom-Übersetzerin & Diplom-Dolmetscherin für Deutsch, Englisch & Russisch | Allgemein beeidigt und ermächtigt | Mitglied des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) e.V.