O tempora, o lingua III

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Worte wandeln sich, Worte entstehen neu, Worte sterben aus. Gründe dafür gibt es viele, sei es Verdrängung durch neuere Wörter, Missverständlichkeiten oder schlicht der Zeitgeist. Und häufig haben Wörter, wie auch immer, Doppelbedeutungen erlangt, die miteinander nicht vereinbar sind.

Maus bezeichnete noch im 18. Jahrhundert nicht nur ein kleines Nagetier, sondern auch den Muskel, Küssen bezeichnete ein Polster oder Kissen, und lecken wurde auch für „laufen“ bzw. „springen“ verwendet. Gerade bei letzterem Beispiel muss das (vor allem in der gesprochenen Sprache) einiges an Verwirrung gestiftet haben. Und da Sprache oft danach strebt, verständlich zu sein, starben diese Nebenbedeutungen einen Tod – leise, tragisch und, zugegeben, recht wenig beweint.

Julia Helbig
Julia Helbig
Diplom-Übersetzerin & Diplom-Dolmetscherin für Deutsch, Englisch & Russisch | Allgemein beeidigt und ermächtigt | Mitglied des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) e.V.