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Foto: (c) LongitudeLatitude - chocolate!

„Schokolade ist Glück, das man essen kann“, soll die Schriftstellerin Ursula Kohaupt einst gesagt haben. Ob das stimmt oder nicht – Schokolade ist auf jeden Fall wichtig genug, dass sie einen Beitrag im Kleinen Gemischten Wortsalat verdient.

 

Dass Schokolade aus Kakaobohnen gewonnen (und darum von Humoristen gern als Gemüse eingestuft) wird, kann als Allgemeinbildung gelten. Weniger bekannt dürfte sein, was nach Fermentieren, Rösten und Mahlen hinter den verschlossenen Türen der Schokoladenhersteller vor sich geht. Dort wird die Kakaomasse mit weiteren Zutaten wie Kakaobutter und Zucker gemischt, gewalzt (für den nötigen Schmelz) und anschließend conchiert. Dabei wird die braune Masse in speziellen Behältern (den Conchen) so lange kräftig geknetet und umgewälzt, bis es sich durch die Reibungswärme verflüssigt.

 

Bevor die Schokolade nun in Tafelform gebracht werden kann, steht noch ein wichtiger Schritt aus: das Temperieren! Die richtige Temperatur ist erstaunlich wichtig für Optik, Konsistenz und Haltbarkeit der Schokolade. Nur, wenn der Temperaturverlauf beim Abkühlen genau eingehalten wird, erstarrt die Kakaobutter in einer bestimmten Kristallform, die die Schokolade knackig und glänzend macht und zart auf der Zunge zergehen lässt.

 

So lässt sich unter anderem verhindern, dass die Schokolade auf einmal unschöne weißliche Flecken aufweist. Dieser so genannte Fettreif entsteht durch falsches Temperieren oder ungünstige Lagerung, wenn sich Fettkristalle an der Oberfläche bilden. Zum Glück ist er, von der Optik abgesehen, vollkommen unschädlich.

 

Bildquelle:  (c) LongitudeLatitude – chocolate!

Julia Helbig
Julia Helbig
Diplom-Übersetzerin & Diplom-Dolmetscherin für Deutsch, Englisch & Russisch | Allgemein beeidigt und ermächtigt | Mitglied des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) e.V.